TQJ Heft 59, Ausgabe 1/2015

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Einzelheft des Taijiquan & Qigong Journals

Februar – April 2015

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INHALTSVERZEICHNIS

Bewegtes Becken
Von Helmut Jäger

Das Becken hält beim Menschen den Rumpf von unten und bildet den Übergang zu den Beinen. Damit ist es für alle Bewegungen, die den ganzen Körper einbeziehen, von zentraler Bedeutung. Gleichwohl ist die genaue Konstruktion dieses Körperbereichs nur wenigen bewusst, noch weniger die Beweglichkeit, die darin möglich ist. Helmut Jäger beschreibt aus seiner Erfahrung als Gynäkologe sowie Taiji- und Qigong-Lehrer die Funktionsweise des Beckens, die verschiedenen beckeninternen Bewegungen, die unserem Bewusstsein nur teilweise zugänglich sind, und die diesbezüglichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Dabei wird deutlich, dass es vor allem entspanntes Hinspüren erfordert, wenn man einen Zugang zu den Bewegungsmöglichkeiten des Beckens sucht.

Geld verdienen mit Taijiquan
Die Verbreitung von Taijiquan unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
Von Jan Leminsky

Während anfänglich Taijiquan, wie andere Kampfkünste auch, innerhalb der Familie weitergegeben wurde, erfolgt der Unterricht heutzutage in der Regel in öffentlichen Kursen und gegen Bezahlung. Jan Leminsky zeigt, dass die Entwicklung in diese Richtung bereits seit Chen Changxing und Yang Luchan im 19. Jahrhundert einsetzte. Im 20. Jahrhundert kamen Institutionen auf, die die Verbreitung von Taijiquan förderten und dazu Lehrer anstellten. Durch die größere Bekanntheit wurden auch Bücher zu einer Einkommensquelle. Unterrichtssysteme wurden allmählich systematischer und in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden verschiedene internationale Organisationen gegründet, die Taijiquan weltweit anbieten. Jan Leminsky weist auch darauf hin, auf welche Gegebenheiten zu achten ist, wenn jemand als Taijiquan-LehrendeR den Lebensunterhalt verdienen will.

Qigong und Taijiquan bei Bluthochdruck
Ein wissenschaftlicher Blick
Von Christian Bitzer

Bluthochdruck ist in den westlichen Gesellschaften ein weit verbreitetes Leiden und eine wesentliche Ursache für verschiedene lebensbedrohliche Erkrankungen. Von Qigong und Taijiquan wird gemeinhin angenommen, dass sie sich günstig auf den Blutdruck auswirken. Christian Bitzer hat untersucht, inwieweit die bisherige Forschung dazu dies wissenschaftlich untermauern kann. Sowohl Meditation als auch Bewegungstherapie wirken sich nachweislich senkend auf einen erhöhten Blutdruck aus. Die Wirksamkeit von Qigong und Taijiquan resultiert vermutlich aus der Kombination von beidem und ist dabei abhängig von der Art des Trainings.

Die mitte-lose Mitte als Strategie
Wasser-Taiji nach Wang Zhuanghong
Von Huang Tsui-Chuan

Wang Zhuanghong kam durch das eingehende Studium der klassischen Schriften des Taijiquan zu einem eigenen Verständnis, das die Qualitäten des Wassers ins Zentrum rückt. Er wollte keinen eigenen Stil gründen, sondern die Ursprungsideen wieder aufleben lassen. Huang Tsui-Chuan hat durch Yang Yunzhong das sogenannte »Wasser-Taiji« nach Wang Zhuanghong kennengelernt und gibt einen Einblick in dessen Grundlagen. Dabei sind die Ba Men Wu Bu, die dreizehn Bewegungsarten und -richtungen von wesentlicher Bedeutung, die hier die Drehung eines Energiekörpers in Bezug zu zeitlichen und räumlichen Faktoren beschreiben. Als grundlegende Kraftquelle wird die Erdanziehungskraft genutzt, was vollständiges Loslassen erfordert, einen Zustand von Wuwei, der ohne feste Verwurzelung und statische Mitte freie Bewegung im Einklang mit dem Energiefluss zulässt.

»Erkenne Dich selbst«
Taijiquan: Kampfkunst und spiritueller Weg
Von Dietlind Zimmermann

Während manche beklagen, dass der Kampfkunstaspekt im Taijiquan vernachlässigt wird, möchten andere gar nicht viel davon wissen, weil sie das Taijiquan in erster Linie als spirituelle Übung ansehen. Dietlind Zimmermann erläutert, wieso uns gerade die Tatsache, dass beim Taijiquan als Kampfkunst nicht nur die eigene Person, sondern auch ein vermeintliches Gegenüber in die Aufmerksamkeit gerät, auf einem spirituellen Weg weiterbringen kann. Dabei geht sie vor allem darauf ein, das uns das Thema Selbstverteidigung mit der Frage konfrontiert, was wir eigentlich verteidigen wollen, und damit auch mit unserem Selbstbild und unserem »In-der-Welt-Sein«. Angst als Ursache für das »Sich-angegriffen-Fühlen« wird wahrnehmbar und kann sich lösen. Die Partnerübungen bieten nicht nur die Möglichkeit, dem eigenen Verhalten im Kontakt nachzuspüren, sondern auch Verbundenheit aktiv herzustellen.

EVENT 1st World Taijiquan Championships 2014
1. bis 4. November 2014 in Chengdu/Dujiangyan, Provinz Sichuan, VR China

Anfang November 2014 richtete die International Wushu Federation (IWuF), der vom IOC anerkannte Verband für die sportliche Variante der chinesischen Kampfkünste, zum ersten Mal eine Taijiquan-Weltmeisterschaft aus. Seit 1991 wurden bereits Wushu-Weltmeisterschaften veranstaltet mit Wettkämpfen in Taijiquan und Taijijian. Vor zwei Jahren wurde die Idee von getrennten Meisterschaften für Wushu und Taijiquan erstmals vorgestellt und beim Kongress der IWuF 2013 in Kuala Lumpur beschlossen. Für die Wettkämpfe wurden eigens stilspezifische Pflichtformen für Yang-Stil und Chen-Stil entwickelt. Zudem gab es bereits eine Pflichtform für das »moderne Taijiquan« sowie die freien Formen mit Pflichtbewegungen, wie sie schon bei den Wushu-Weltmeisterschaften gezeigt wurden. Diese Kategorien bildeten nun die Wettkampfdisziplinen und wurden an den ersten zwei Tagen durchgeführt. An den darauffolgenden zwei Tagen gab es einen Breitensport-Event mit Festival Charakter, bei dem keine Weltmeister mehr gekürt, aber Preise vergeben wurden. Urs Krebs reiste mit einem kleinen Schweizer Team nach Chengdu, um diese Premiere mitzuerleben.

KOLUMNE von Dietlind Zimmermann
Zur Sprache gebracht: Im Wesentlichen anwesend

KUNST Drachen-Dialoge von Frieder Anders

Weitere Informationen

Gewicht 260 g

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