Einzelheft des Taijiquan & Qigong Journals
November 2025 – Jannuar 2026
76 Seiten, vierfarbig
Einzelheft des Taijiquan & Qigong Journals
November 2025 – Jannuar 2026
76 Seiten, vierfarbig
In der Meditation wird die Aufmerksamkeit aus dem Außen zurückgezogen und nach innen gerichtet. Dabei spricht man vom »Schließen der Öffnungen«, der Sinne, die jeweils eng mit einem unserer inneren Organe verbunden sind. Karin Zhang betrachtet die Zusammenhänge zwischen den Sinnen, den inneren Organen und der Meditation sowohl aus biologischer Sicht, aus Sicht der daoistischen Lehre und aus ihrer eigenen philosophischen Denkweise. Damit möchte sie Denkanstöße geben und das Verständnis über das meditative Üben erweitern. Am Beispiel der Übung »Shou Shen Guang« wird das schrittweise Verschließen der äußeren Öffnungen unserer Organe und dessen Wirkung beschrieben.
Der Daoismus versucht, die fundamentale Natur des Universums und das Prinzip, das allem Sein zugrunde liegt, zu erklären. Auch die moderne Physik sucht nach einer fundamentalen Ordnung des Kosmos. Ausgehend von einer persönlichen Suche nach dem Ursprung des Universums und der Natur der Realität baut Marc Walter eine Brücke zwischen daoistischen Kernideen und der physikalischen Manifestation des Kosmos. Die dualistische Konzeption von Ausdehnung (Magnetismus) und Verdichtung (Dielektrizität) bildet die Grundlage allen Lebens. Im lebendigen Körper wirken bioelektromagnetische Felder, die durch Qigong verstärkt und auch technisch zu Heilzwecken angeregt werden können.
Der große Himmelskreislauf ist eine bekannte Qigong-Übung in Ruhe, wird jedoch seltener unterrichtet als der »Kleine himmlische Kreislauf«. Grund dafür ist der Aufwand, Schritt für Schritt alle zwölf Hauptmeridiane zu erschließen, um sie schließlich in einem großen Fluss durchüben zu können. In der Tradition des Qigong Yangsheng nach Prof. Jiao Guorui stellen Sonja Walpen und Urs Zimmerli eine bewährte Methode vor: Man macht sich zunächst mit ausgewählten Punkten eines Meridians vertraut, bevor man den Meridianverlauf abschnittsweise ansteuert. Dieses Vorgehen ist auch für andere Meridian-Konzepte interessant.
Taijiquan zu lernen erfordert Veränderungen und Umstrukturierungen auf vielen Ebenen. Jonas Althaus beschreibt aus eigener Lern- und Lehrerfahrung, wie sich eine solche Entwicklung vollziehen kann. Die Selbstwahrnehmung wird geschult, die Verbindung zwischen Geist und Körper intensiviert und ein besseres Gefühl für die eigene Haltung entsteht. Mit fortschreitender Praxis richtet sich der Fokus zunehmend auf die Qualität und den Fluss der Bewegungen. Taiji-Prinzipien wie Verwurzelung, Entspannung oder Verbundenheit werden verinnerlicht. Waffenformen, Partnertraining und andere Übungssysteme bringen zusätzliche Impulse für die eigene Entwicklung.
Qigong und Taijiquan wirken tiefgreifend auf physiologische Abläufe. Die Aktivierung des Parasympathikus steigert Entspannung und Beweglichkeit, und die Bewegungssteuerung verlagert sich allmählich von der willkürlichen in die unwillkürliche Motorik. Am Beispiel des Kai Men Qigong aus der Li-Familientradition zeigen die Autoren, wie dadurch feinere innere und energetische Wahrnehmungen möglich werden. Der Wechsel zwischen Yang Qi und Yin Qi wird deutlicher spürbar, das körpereigene Qi nimmt zu.
Niels Paulini und Lei Zhang (Illustration): Der Kleine himmlische Kreislauf
Fritz Oblinger: »Qigong in der fernöstlichen Kampfkunst«
Shendo Institut, Sakina K. Sievers und Nigrun W. Loh: Immerwährender Fünf-Elemente-Kalender
Luise Walther: Schmerzzentrale Gehirn. Neurozentriertes Training – das Schmerzgedächtnis umprogrammieren und Schmerzen lindern
Kolumne von Dietlind Zimmermann
| Gewicht | 0,260 kg |
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